Auf dieser Seite haben wir zunächst Informationen zur Integrierten Versorgung zusammengestellt. Außerdem erfahren Sie, was eine Chemotherapie kennzeichnet.
Die Integrierte Versorgung ist in § 140 ff SGBV geregelt und wird als die „Versorgungsform der Zukunft" bezeichnet – zu Recht, denn hinter dem Begriff verbirgt sich ein Versorgungskonzept, bei dem ambulante, stationäre und nichtärztliche Leistungserbringer koordiniert zusammenwirken. Eine solche Vernetzung kommt in erster Linie den Patienten zugute. Denn eine gute und effiziente Versorgung setzt einen verbesserten Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten und die gemeinsame Arbeit an einem klar definierten Therapieziel voraus. Hierfür schafft die Integrierte Versorgung die optimale Basis.
Die Integrierte Versorgung hat folgende Ziele:
Gerade bei Patienten, bei denen der Verdacht auf eine Tumorerkrankung besteht, ist es besonders wichtig, dass alle erforderlichen Maßnahmen so schnell wie möglich eingeleitet werden. Deshalb hat der Funktionelle Landesverband der Landwirtschaftlichen Krankenkassen und Pflegekassen in Bayern (LKK) einen Vertrag zur Integrierten Versorgung abgeschlossen mit:
Vorteile für den Patienten:
Bösartige Tumorerkrankungen müssen in den meisten Fällen mit zellabtötenden Medikamenten, den sogenannten Zytostatika, behandelt werden.
Die Chemotherapie wird eingesetzt, um die Zellteilung zu hemmen und somit ein Wachstum des bösartigen Tumors zu verhindern. Je nachdem, was erreicht werden soll, unterscheiden sich die verschiedenen Arten der Chemotherapie:
Die geeignete Therapie wird nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in unserem MVZ ambulant durchgeführt. Durch verschiedene Medikamente lassen sich die meisten Nebenwirkungen gut behandeln.
Folgende Nebenwirkungen können auftreten:
Um eine Chemotherapie durchzuführen, benötigen wir die schriftliche Einwilligung von Ihnen oder Ihren Angehörigen. Es ist sehr wichtig, dass wir ausführlich über die geplante Behandlung sprechen, um alle Fragen rund um die Chemotherapie zu beantworten.
Vor der eigentlichen Chemotherapie wird die sogenannte Antiemese gegeben. Durch diese Medikamente lassen sich Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen fast vollständig verhindern. Zusätzlich bekommen Sie Tabletten, die Sie bei Bedarf zu Hause einnehmen können. Sollte dennoch über einen längeren Zeitraum hinweg Erbrechen auftreten, bitten wir umgehend um telefonische Benachrichtigung.
Die Chemotherapie kann zum Ausfall der Kopfhaare führen, die aber nach dem Absetzen der Medikamente in der Regel nachwachsen. Im Vorfeld verschreiben wir Ihnen gerne eine Perücke, die dem Naturhaar angepasst werden kann.
Abhängig von den jeweiligen Medikamenten können ebenso Durchfälle wie Darmträgheit auftreten. In diesem Fall ist es sehr wichtig, uns mitzuteilen, welches Ausmaß die Beschwerden haben. Dann werden wir entscheiden, ob Infusionen oder andere Medikamente nötig sind.
Da die Chemotherapie nicht nur kranke, sondern auch gesunde Zellen zerstört, sind Sie in dieser Zeit anfälliger für Infekte. Deshalb sollten Sie während der Chemotherapie Personen mit ansteckenden Erkrankungen meiden. Achten Sie zudem verstärkt auf Ihre Ernährung. Bitte besprechen Sie auch mit uns, ob eine Grippeschutzimpfung in Frage kommt.
Durch die Chemotherapie ist es möglich, dass die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten) sinkt. Deshalb ist es dringend erforderlich, vor jeder Behandlung das Blutbild zu bestimmen. Haben Sie zu wenig Leuko- oder Thrombozyten, müssen wir die Chemotherapie verschieben.
Häufig tauchen während einer Chemotherapie Entzündungen im Mundraum auf.
Achten Sie deshalb auf verstärkte Mundhygiene, unter anderem mit Spülungen.
Sollten diese oder andere Nebenwirkungen auftreten oder Sie aus anderen Gründen nicht zur Chemotherapie erscheinen können, bitten wir dringend um telefonische Benachrichtigung. Falls Sie uns nicht erreichen, können Sie jederzeit auf unseren Anrufbeantworter sprechen. Wenn möglich, sagen Sie uns bitte schon einen Tag vor der geplanten Chemotherapie Bescheid.